Joseph Martin Kraus (1756 – 1792), Streichquartette I

Joseph Martin Kraus-Quartett:
Werner Ehrhardt 1. Violine
Jörg Buschhaus, 2. Violine
Antje Sabinski, Viola
Gerhart Darmstadt, Violoncello

Hörbeispiele
Rezensionen
Werke

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Best.Nr. CCD 224
EAN 4028183002242

Zu diesem Titel:
Die erste von zwei CDs mit sämtlichen Streichquartetten des Mozart-Zeitgenossen Joseph Martin Kraus, gespielt von Mitgliedern des Kammerorchesters „Concerto Köln“, die sich bereits um die Sinfonien von Kraus verdient gemacht haben (bei Teldec erschienen).
Hörbeispiele (Windows Media):
op. 1/2, Allegro moderato - Largo - f-Moll, Andante di molto - op. 1/4, Allegro molto
Rezensionen:
... Analog zu seinen Orchesterwerken beschreitet Kraus auch hier einen sehr eigenständigen Weg. Die Quartette entstanden noch vor Haydns Epoche machendem Zyklus op. 33 (wahrscheinlich 1777) und lassen kaum Parallelen zum klassischen Wiener Stil erkennen. Auf formaler Ebene herrscht eine strikte Dreiteiligkeit, wobei die Satzfolge schnell-langsam-schnell an italienische Vorbilder erinnert. Die motivische Verknüpfung ist eher locker und weicht häufig einem flächigen harmonischen Denken, das zahlreiche überraschende Wendungen bereit hält. Dabei tritt eine besondere Vorliebe für chromatische Eintrübungen und dunkle Farben zu Tage, so dass dem Kommentar des Zeitgenossen Carl Stridsberg nur beigepflichtet werden kann: "Die Tiefe, das Düstere, das Nervenvolle war eigentlich bei Kraus vorherrschend, worin er seine volle Meisterstärke zeigte." Volle Meisterstärke ist auch den Interpreten zu bescheinigen. Das Quartett, bestehend aus drei Musikern des Concerto Köln und dem Cellisten Gerhart Darmstadt, musiziert ebenso transparent wie ausdrucksvoll und zeigt eine enorme agogische Flexibilität. Abgerundet wird das exzellente Komponistenplädoyer durch einen gründlichen Einführungstext von Darmstadt.
Interpretation
êêêê Klang êêêê (Marcus Stäbler in fonoforum 3/2001)

... Auch hier verblüfft, wie weit Kraus von formalen Schemata unabhängig komponiert, wie er Form immer als Entwicklung begreift. Gerade diese Distanz zu Idealtypen wie auch zur Wiener Klassik macht ihn modern. Und natürlich sein Ehrgeiz, Musik und Sprache zusammenzudenken: "Parlando" schreibt er oft in die- Instrumentalstimmen. Komponierte Nachfragen, Ausrufezeichen, Diskussionen bestimmen seine Musik; Harmonik und Instrumentation haben sich dem zu fügen. Im Sinne dieses musikalischen Denkens läßt sich Kraus durchaus als Vorläufer von Janáček oder Carl Nielsen hören. Besonders, wenn man die neue, hervorragend gelungene CD des (von dem Cellisten Gerhart Darmstadt initiierten) Streichquartetts auflegt, das den Namen Joseph Martin Kraus trägt. Hier wird, ähnlich wie bei den Einspielungen unter Petter Sundkvist, die musikalische Grammatik verständlich. (Stephan Mösch in Frankfurter Allgemeine 16.3.2001)

Werke:
Quartetto B-Dur, op. 1/2
Quartetto f-Moll ohne op.
Quartetto C-Dur ohne op.
Quartetto g-Moll op. 1/3
Quartetto D-Dur, op. 1/4

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