Friedrich Kiel (1821–1885)
Streichquartette

Welt-Ersteinspielung!

Bamberger Sreichquartett
Raúl Teo Arias, 1. Violine
Andreas Lucke, 2. Violine
Raphael Lambacher,Viola
Karlheinz Busch, Violoncello

Hörbeispiele
Rezensionen
Werke

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Best.Nr. CCD 231
EAN 4028183002310

Zu diesem Titel:
Das Hauptwerk Friedrich Kiels liegt auf den Kompositionen für Klavier, hier hat er eine große Zahl ansprechender Werke hinterlassen, die sich zu ihrer Zeit einer unglaublichen Beliebtheit erfreuten. Doch auch auf dem Gebiet der Kammermusik schrieb Kiel neben verschiedenen Werken für Duo, Trio- und Quartettbesetzung zwei große Streichquartette und zwei Walzerfolgen für Streichquartett, die zur Bewältigung ihrer hohen spieltechnischen Anforderungen außerordentlicher Meister bedürfen. Wahrscheinlich konzipierte er diese Werke für das berühmte Joachim-Quartett, jedenfalls sind im Rahmen der denkwürdigen Berliner Quartettabende Aufführungen dokumentiert. Möge diese Ersteinspielung der vorgestellten Streichquartettwerke zur weiteren Bekanntschaft mit den Werken Kiels beitragen.
Werke:
Streichquartett a-Moll op. 53 Nr. 1
Walzer für Streichquartett op. 73

Hörbeispiele (mp3):
Streichquartett a-Moll op. 53 Nr. 1:
Allegro ma non troppo
- Allegro - Adagio con moto - Andante quasi Allegretto - Presto assai

Walzer für Streichquartett op. 73:
Allegro commodo
- L’istesso tempo, un poco piu animato - Allegro ma non troppo
Rezensionen:

Kiel, der von seinen Zeitgenossen insbesondere als Kontrapunktiker geschätzt wurde, bewegt sich in den vorliegenden beiden Werken für Streichquartett - das konventionell viersätzige Werk op. 53 Nr. 1 a-Moll paart das Bamberger Streichquartett mit den Walzern op. 73 - auf dem Boden der klassischen Formensprache. Mit ihrem schlanken Ton unterstreichen die Mitglieder des Bamberger Streichquartetts diese klassizistischen Elemente. Dabei werden die graziösen Melodielinien und die häufig anmutige Begleitung wunderbar herausgespielt. Dies kommt besonders dem Duktus der drei musikalisch "leichteren" Walzer op. 73 entgegen. ... Die Interpretation des Bamberger Streichquartetts ist ein Beispiel dafür, dass das Repertoire der Kammermusik des späten 19. Jahrhunderts viele zu Unrecht vergessene Schätze birgt, die es für aktive Ensembles und Hörer zu heben lohnt. (Felix Wörner in "Das Orchester" 5/2005)

 

Das 1975 gegründete Bamberger Streichquartett, das sich aus Mitgliedern der Bamberger Symphoniker zusammensetzt, legt eine insgesamt gelungene Deutung der beiden Werke vor. Die Musiker gefallen durch energischen Zugriff, differenzierte Artikulation und präzises Zusammenspiel. Die Schwierigkeiten der Werke werden ferner gemeistert, ohne dass dabei der musikalische Ausdruck auf der Strecke bliebe. Vor allem im Walzer werden die verschiedenen Charaktere der Musik sehr plastisch herausgearbeitet. Im Quartett können die den klassischen Vorbildern näherstehenden Ecksätze überzeugen; eine reichhaltig modulierte Dynamik verleiht den Sätzen Leben ... Die Tonqualität der 2004 entstandenen Aufnahme weiß zu gefallen. Der Klang des Streichquartetts ist voluminös und klar, man wähnt sich geradezu mitten im Geschehen. Die Balance zwischen den vier Instrumenten ist bestens gelungen. Der Inhalt des unscheinbaren zweisprachigen Texthefts ist je zur Hälfte dem Komponisten und den Interpreten gewidmet. Die eingespielten Werke kommen hier vielleicht etwas zu kurz, gerade wenn man sich vor Augen hält, dass sie nicht allgemein bekannt sind, und man auch in gängigen Konzertführern wohl wenig Erhellendes finden wird.

Bei der vorliegenden CD handelt es sich nichtsdestotrotz um eine gelungene Produktion und darüber hinaus um gewichtige Werbung für das kompositorische Schaffen Friedrich Kiels, die hoffentlich nicht folgenlos bleiben wird. Zumindest der entdeckungsfreudige Freund von Musik für Streichquartett dürfte mit dem Kauf kaum etwas verkehrt machen. (Christian Vitalis in klassik.com 14.06.2005)

 


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