... a E.T.A. Hoffmann

Andreas Weimer, Klavier
Egino Klepper, Hammerklavier
Trio plus:
Valerie Rubin, Violine, Martin Timphus, Viola
Markus Mayers, Violoncello, Hermann Schwander, Slawomir Mscisz, Schlagzeug
Bamberger Streichquartett:
Klaus Burmeister, Andreas Lucke, Violine
Raphael Lambacher, Viola
Karlheinz Busch, Violoncello

Hörbeispiele
Rezensionen
Werke

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Best.Nr. CCD 255
EAN 4028183002556

Zu diesem Titel:
E.T.A. Hoffmanns eindrucksvolle Klaviersonate in cis-Moll – am Hammerflügel gespielt von Egino Klepper – steht im Zentrum dieses ungewöhnlichen CD-Programms, umkreist und gespiegelt von Klavier- und Ensemblewerken des zeitgenössischen Bamberger Komponisten Horst Lohse. So finden sich irrlichternde Nachtstücke im Geiste des Erzromantikers ebenso wie die zwölf Klavierstücke und „Valses tristes, Hommage à E.T.A. Hoffmann“ für Hammerflügel – wahrlich ein irritierendes und erregendes Programm in Callots Manier.
Werke:
E.T.A. Hoffmann: Sonate für Hammerklavier cis-Moll
Horst Lohse: Nachtstücke I, III und IV für Ensemble/Streichquartett, Zwölf Klavierstücke, „Valses tristes“ für Hammerklavier

Hörbeispiele (mp3):
Lohse: Nr. 6 der Moments de Passion - Nachtstücke 1 - Nachtstücke IV - Valses tristes für Hammerklavier
Hoffmann: Hammerklaviersonate 1. Satz - 2. Satz - 3. Satz

Rezensionen:
Die letzte Klaviersonate von E. T. A. Hoffmann flankieren Klavier- und Kammermusikwerke von Ernst Lohse (geb. 1943), die eine Art Hommage an den Dichterkomponisten bilden. Die gestenreiche Tonsprache Lohses, teilweise an die schillernde Klangfantasie George Crumbs erinnernd, spürt den dunklen Seiten des Menschen nach, jenen Resten, welche die Zivilisation nicht zu domestizieren wusste. Im Kontext dieser spukhaften, zwischen 1982 und 2001 entstandenen und ausnahmslos eindringlich dargebotenen Werke erhält auch Hoffmanns Sonate eine beunruhigende Dimension. Interpretation: êêêêê Klang: êêêêê ( F. S. in fonoforum 2/2003)

Die zwölf Klavierstücke "Moments de Passion" sind, wie der Komponist im Beiheft erzählt, von den Bamberger Tagebüchern E.T.A. Hoffmanns inspiriert. Von den Berg- und Talfahrten der Gefühle, in die in seine unglückliche Liebe zu seiner Gesangsschülerin Julia Mark (im Tagebuch als "Ktch", abgekürzt für Käthchen von Heilbronn, bezeichnet) riss, aber auch von der argen Verzweiflung am Philistertum seiner kleinbürgerlichen Umgebung. Andreas Weimer geht diese farbenreichen Seelenbilder kühl an. Er beobachtet die Exaltationen Hoffmanns und unterlegt gerade dadurch eine weltenferne Einsamkeit in sein Spiel. Eine Stimmung, die auch die anderen Stücke Horst Lohses auf der CD (Cavalli Records CCD 255) prägt: die "Nachtstücke" Nr. I und II für Ensemble, vom Trio plus, mit Valerie Rubin, Violine, Martin Timphus (Viola), Markus Mayers (Cello), Andreas Weimer (Klavier), Hermann Schwandner und Slawomir Mscisz (Schlagzeug) gegeben. Die Nr. IV wird vom Bamberger Streichquartett mit Klaus Burmeister und Andreas Lucke (Violine), Raphael Lambacher (Viola) und Karlheinz Busch (Cello) interpretiert und die "Valses sentimentales et tristes" (mit Egino Klepper am Hammerflügel). Plastisch rühren sie in bester Programmmusik-Manier eine bedrohte Existenz vor Ohren. Wobei es freilich keine Hommage an E.T.A. Hoffmann wäre, wenn neben und hinter all dem Dämonischen und Zerrissenen gerade in den "Nachtstücken" nicht doch immer wieder augenzwinkernde Possierlichkeiten aufleuchten würden: Geigen, die wie Eulen heulen, Pizzicato-Tanzschritte und süße Melodiefragmente, die sich ein zwei Takte in einen schrägen Walzer schrauben. Ein musikalisches Spiegelkabinett, in dem Hoffmann facettenreich präsentiert wird. Unter mitten unter all den Spiegeln E.T.A. Hoffmanns Sonate für Hammerklavier cis-Moll, von Egino Klepper elegant und kraftvoll gespielt, die sich erstaunlich gut in die Lohseschen Tongemälde einfügt. (Barbara Kurz in Fränkischer Tag 8.6.2002)

Die zwölf Klavierstücke "Moments de Passion" sind, wie der Komponist im Beiheft erzählt, von den Bamberger Tagebüchern E.T.A. Hoffmanns inspiriert. Von den Berg- und Talfahrten der Gefühle, in die in seine unglückliche Liebe zu seiner Gesangsschülerin Julia Mark (im Tagebuch als "Ktch", abgekürzt für Käthchen von Heilbronn, bezeichnet) riss, aber auch von der argen Verzweiflung am Philistertum seiner kleinbürgerlichen Umgebung. Andreas Weimer geht diese farbenreichen Seelenbilder kühl an. Er beobachtet die Exaltationen Hoffmanns und unterlegt gerade dadurch eine weltenferne Einsamkeit in sein Spiel. Eine Stimmung, die auch die anderen Stücke Horst Lohses auf der CD (Cavalli Records CCD 255) prägt: die "Nachtstücke" Nr. I und II für Ensemble, vom Trio plus, mit Valerie Rubin, Violine, Martin Timphus (Viola), Markus Mayers (Cello), Andreas Weimer (Klavier), Hermann Schwandner und Slawomir Mscisz (Schlagzeug) gegeben. Die Nr. IV wird vom Bamberger Streichquartett mit Klaus Burmeister und Andreas Lucke (Violine), Raphael Lambacher (Viola) und Karlheinz Busch (Cello) interpretiert und die "Valses sentimentales et tristes" (mit Egino Klepper am Hammerflügel). Plastisch rühren sie in bester Programmmusik-Manier eine bedrohte Existenz vor Ohren. Wobei es freilich keine Hommage an E.T.A. Hoffmann wäre, wenn neben und hinter all dem Dämonischen und Zerrissenen gerade in den "Nachtstücken" nicht doch immer wieder augenzwinkernde Possierlichkeiten aufleuchten würden: Geigen, die wie Eulen heulen, Pizzicato-Tanzschritte und süße Melodiefragmente, die sich ein zwei Takte in einen schrägen Walzer schrauben. Ein musikalisches Spiegelkabinett, in dem Hoffmann facettenreich präsentiert wird. Unter mitten unter all den Spiegeln E.T.A. Hoffmanns Sonate für Hammerklavier cis-Moll, von Egino Klepper elegant und kraftvoll gespielt, die sich erstaunlich gut in die Lohseschen Tongemälde einfügt. (Barbara Kurz in Fränkischer Tag 8.6.2002)

"Die Welt des Literaten E.T.A. Hoffmann (1776-1822) ist bevölkert von innerlich zerrissenen Charakteren an der Schwelle zum Wahnsinn. Sie leben in Ungewissheit, ob das Dämonische, das in ihre Welt Einzug gehalten hat, aus ihnen selbst kommt oder von außen in diese eingedrungen ist. Der musikalischen Umsetzung derartig düsterer Gedanken hat sich nun der Bamberger Komponist und Lehrer Horst Lohse auf.... à E.T.A. Hoffmann angenommen. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Musik adäquat dunkel. Die einleitenden "Moments de Passion", 12 Klavierstücke, haben sehr fragmentarischen Charakter. Über oftmals chromatischen, häufig gebrochenen Akkordfolgen entwickeln sich kurz Themenansätze, die, bevor man sie richtig erfasst und wahrgenommen hat, wieder in Stille übergehen und dem nächsten der jeweils knapp zweiminütigen "Moments de Passion" Platz machen. Spannend und mit einer ausgeklügelten Dramaturgie versehen, in der die häufigen Sekunden der Stille ebenso wichtig sind wie der Klang, stellen die Klavierstücke dennoch einen der schwächeren Momente der CD dar. Teils wirkt das Fragmenthafte zerfahren, unschlüssig. Laut Liner-Notes sollte die gefühlsmäßige Berg- und Talfahrt eines Menschen dargestellt werden, und in der Tat prasseln die Bilder in großer Rasanz auf den Hörer ein, was das Nachvollziehen dessen, was der Komponist uns im Detail sagen will, jedoch kaum einfacher macht. Man hat den Eindruck, Lohse habe etwas zu viele Ideen für etwas zu wenig Zeit gehabt. Effektiver funktionieren jedoch die daran anschließenden Nachtstücke l und II für ein Ensemble aus Streichern, Klavier und Schlagzeug. Wesentliches Gestaltungsmerkmal sind hierbei Spiegelungen, Wiederholungen und Variationen von Motiven, die Zitate unter anderem aus seinen "Moments de Passion" oder auch von Fremdkomponisten, beispielsweise Mozart, enthalten. Wieder beeindruckt besonders die Dramaturgie, das raffinierte Wechselspiel von Klang und Stille, das, hätten wir es hier mit einem Soundtrack zu tun, jedem guten Suspense-Thriller zur Ehre gereichte. Oft sind es Details, die begeistern, wie der perkussiv-melodische Einsatz der Streicher in "Nachtstücke 2". Das alles wirkt sehr modern, sowohl die eigentliche Komposition als auch der Einsatz der Instrumente – da findet der geneigte Hörer auch schon mal ein sehr geschickt eingesetztes Regenrohr zur rhythmisch-atmosphärischen Untermalung der Melodie. Geradezu entspannend ist die darauf folgende "Sonate für Hammerklavier in cis-Moll" von E.T.A Hoffmann höchst selbst. Romantik in ihrer wunderbarsten Form, im Wechsel von melancholischem Largo und beschwingtem Allegro. Durch die formidable Umsetzung von Egino Klepper ein Höhepunkt der CD. Die abschließenden "Nachtstücke IV" sowie die "Valses sentimentales et triste" leben von der dichten Stimmung, die sie erzeugen. Vor allem letztere, ursprünglich komponiert als Hintergrundmusik des Spiegelkabinetts im Bamberger Hoffmann-Haus, überzeugt durch feine Melodieführung, die an die romantische Klangwelt Hoffmanns anschließt, dabei jedoch die Dramatik der Nachtstücke beibehält. Erneut überzeugt das sehr lebendige, akzentuierte Spiel Kleppers am Hammerflügel. Lobend erwähnt sei außerdem der wirklich gelungene Sound, der angenehm trocken ausgefallen ist und die Instrumente bis zum Abklang zur vollen Entfaltung kommen lässt, ohne die Natürlichkeit durch zu viel Hall zu verfälschen." (Tobias Blum in Klassik.com 27.4.2003)


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