Viola d’amore

 

Christoph Angerer,

Viola d’amore;

Paul Angerer, Viola d’amore, Cembalo, Violine;
Claudia Leitenbauer, Viola da Gamba;

Sergio Posada, Piano


Hörbeispiele
Rezensionen
Werke

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Best.Nr. CCD 261
EAN 4028183002617

Zu diesem Titel:
Die Viola d’amore ist ein Instrument in der Violenform – daher der Gambenfamilie angehörig – und meist mit sechs oder sieben Spielsaiten und ebenso vielen Resonanzsaiten bespannt. Die Hochblüte der Viola d’amore war sicherlich in der Zeit des Barock und der Klassik mit Kom­po­sitio­nen u.a. von Heinrich Ignaz Franz Biber, Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Carl Stamitz, Anton Hoffmeister, Johann Georg Albrechts­berger und Joseph Eybler. Seit einigen Jahren jedoch entstehen weltweit neue Kompositionen für die Viola d’amore, die so nun erfreulicherweise eine langsame, aber stetige Renaissance erlebt.
Hörbeispiele (mp3):
Angerer, Laufstück - Toeschi, Allegro moderato - David, Einleitung Adagissimo, Thema mit Veränderungen, Andante grazioso, Variation - Stamitz, Allegro un poco moderato
Hindemith, Mäßig schnell. Lustig
Werke:
Paul Angerer (geb. 1927): Wettstreit zwischen Dur und Moll für 2 Violen d’amore (1997)
Giovanni Toeschi (1735 – 1800): Sonata D-Dur für Viola d’amore und Basso continuo
Johann Nepomuk David (1895 – 1977): Sonate für Viola d’amore und Viola da Gamba op. 31 a (1942)
Carl Stamitz (1745 – 1801): Sonate D-Dur für Viola d’amore und Violine
Paul Hindemith (1895 – 1963): Kleine Sonate für Viola d’amore und Klavier, op. 25 Nr. 2

Rezensionen:

...Und schließlich ein wichtiger Aspekt, auf den Christoph und Paul Angerer hinweisen: Als in der Zwischenkriegszeit das Interesse für Alte Musik aufflammte, war die Viola d'amore ein Klangwerkzeug, das auch zu mancher Neukomposition reizte. So schrieb Paul Hindemith seine vielzitierte Sonate. Mitten im zweiten Weltkrieg komponierte der Chor-Spezialist Johann Nepomuk David eine klanglich expressive Sonate für Viola d'amore und Viola da gamba. Für sich und seinen Sohn hat Paul Angerer 1997 einen „Wettstreit zwischen Dur und Moll“ für zwei kontrastierend gestimmte Violen d'amore geschrieben.

...CDs jedenfalls, die in Summe ein abgerundetes Bild von der Literatur für dieses Instrument abgeben und einen Musikfreund recht verliebt machen können in die Liebesgeige.

(Reinhard Kriechbaum in Concerto 2/3 2005)

 

...Von Paul Angerer wurde das erste Werk dieser CD mit dem Titel Wettstreit zwischen Dur und Moll für zwei Violae d’amore im Jahr 1997 geschrieben. Dieses meisterliche Stück – tonal und reich in der Textur – forscht den beiden, in der westlichen Musik meistverwendeten Tongeschlechtern in einer dichten Mischung von Klangfarben nach, wesentlich mehr als eine Behandlung durch einfache Gegenüberstellung (und wenn man genau hinhört, erscheint eine hübsche kleine Überraschung am Schluss). Die beiden Solisten spielen dieses Werk mit aplomb.

Im folgenden sind wir überrascht von der tollen Wiedergabe einer der herausragendsten Kompositionen für Viola d’amore des mittleren 18. Jahrhunderts, der Sonate in D-Dur für Viola d’amore und Cembalo von Giovanni Toëschi (1735-1800). Toëschi wirkte als Konzertmeister der Mannheimer Hofkapelle während der Regentschaft von Karl Theodor. Diese Sonate ist ein erfreuliches Werk, gedacht für virtuose Spieler. Und diese authentische Wiedergabe eines Manuskriptes der Österreichischen Nationalbibliothek ist wirklich virtuos!

Vielleicht weniger bekannt unter Viola d’amore-Spielern, ist die Duo-Sonate für Viola d’amore und Viola da gamba von Johann Nepomuk David (1895-1977), ein rhythmisch komplexes Werk, in der sich die zwei Instrumente geradezu in einem angenehmen Klangrausch vermischen. Eine seltene Gelegenheit, diese Arbeit zu hören, herrlich eingespielt von Herrn Angerer und Claudia Leitenbauer.

Die Sonata in D-Dur für Viola-d'amore und Violine oder Viola von Carl Stamitz (1745-1801) ist eine der wichtigsten und hervorragendsten Arbeiten für Viola d'amore aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Sohn von Johann Stamitz, Gründer der berühmten Mannheim Schule, Carl war ein meisterhafter Viola d'amore-Spieler. Vermutlich nach seinem Umzug nach Paris geschrieben, zeigt sie den Einfluss des französischen Geschmacks und zeigt die eigentümlichen Effekte der Viola d'amore, hier werden Arpeggien, Doppel- und Mehrfachgriffe,  Flageolets und Linke-Hand-Pizzicato großgeschrieben. Christoph Angerer besitzt die meisterhafte Beherrschung des Instruments, die dieses Werk verlangt und wird wunderbar von seinem Vater Paul auf der Violine unterstützt. Ihre Einspielung basiert auf einem Manuskript aus den Archiven der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Die Kleine Sonate fiir Viola d'amore und Klavier op. 25, Nr. 2 (1922) von Paul Hindemith (1895-1963) ist eine der wichtigsten Viola d'amore Arbeiten aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. Als ausgezeichneter Spieler der Viola d’amore schöpfte Hindemith den vollen Umfang und die technischen Möglichkeiten dieses Instrumentes mit kontrastierenden Stimmungen in einzigartiger Weise aus. Manchmal verwendet er vertrackte Rhythmen und zwei Metren simultan, welch aufregende Musik! Wir sollten uns nicht durch den Titel Kleine Sonate täuschen lassen. Dies ist gewaltig viel Musik, verpackt in ein kleines Päckchen. Beide, Herr Angerer und Sergio Pasada, sind empfindsam, leidenschaftlich und technisch brillant.

Der Booklettext bietet auf Deutsch und Englisch kurze Anmerkungen über die Viola d'amore, über die eingespielten Werke und ihre Komponisten sowie über die Interpreten mit Fotos und Manuskriptabbildungen.

Der Rezensent empfiehlt diese CD wärmstens jedem Liebhaber der Viola d'amore. Nicht nur die Musikauswahl ist ausgezeichnet, auch die Spieler sind erste Kategorie. (Daniel Thomason in „Newsletter of the Viola d’amore Society of America“)


© Cavalli Records 2004 zum Seitenanfang