Antonín Dvorák / Paul Juon: Klaviertrios

Trio Basilea
Claudia Sutter, Klavier
Claudia Dora, Violine
Christoph Dangel, Violoncello

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Werke


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Best.Nr. CCD 262
EAN 4028183002624

Zu diesem Titel:
Im Lebenswerk beider Komponisten nimmt die klavierbegleitete Kammermusik nicht nur einen auffallend breiten Raum ein, sie spielt auch eine bedeutsame Rolle in der persönlichen Musizierpraxis der als Bratschist (Dvorák) und als Geiger (Juon) tätigen Künstler. Unter ihren kammermusikali-schen Hauptwerken nehmen das Klaviertrio f-Moll op.65 von Dvorák und die in derselben Besetzung stehende Tondichtung „Litaniae“ op.70 von Juon eine herausragende Stellung ein. Beide Kompositionen verkörpern den Schaffenshöhepunkt innerhalb dieser von beiden Musikern mit großer Begeisterung gepflegten Gattung.
Werke:
Antonín Dvorák (1841-1904): 3. Klaviertrio f-Moll op.65
Paul Juon (1872-1940): Litaniae, Tondichtung op.70
Hörbeispiele (mp3):
Dvorák, op.65: Allegro ma non troppo - Allegretto grazioso - Poco Adagio - Finale: Allegro con brio
Juon, Litaniae: Allegro moderato

Rezensionen:
(Rezension von Johannes Kloth in klassik.com, 07.07.2005)

Ernsthaft und sensibel

 

"Es ist schon eine außergewöhnliche Idee, Antonín Dvořáks Klaviertrio in F-moll op. 65 mit der für gleiche Besetzung geschriebenen Tondichtung ‘Litaniae’ op.70 des russisch-schweizerischen Komponisten Paul Juon (1872-1940) auf einer CD zu kombinieren. Dem Schweizer Klaviertrio Basilea ist nun mit genau dieser Zusammenstellung ein ganz besonderes Album gelungen.

Schon die ersten Takte von Dvořáks 1883 komponiertem Klaviertrio offenbaren, warum dieses zu den wohl am seltensten aufgeführten Werken der Gattung gehört: mit einer elegischen Cello-Bewegung in pianissimo beginnt das ‘Allegro ma non troppo’. Doch der sanfte Schein trügt: schnell verebbt die zarte Geste, das Klavier schreitet mit mächtigen Blockakkorden voran, die Violine setzt einen Akzent in hoher Lage und schon ist das Trio im fortissimo angelangt. Es sind die dynamischen Kontraste, die neben der ungewöhnlichen Länge - das Trio Basilea kommt in seiner tendenziell eher flotten Interpretation auf immerhin 36 Minuten - zum wichtigsten Wesensmerkmal des Trios gehören. Wie vermutlich kein anderes Werk gibt das F-Moll-Klaviertrio Einblicke in Dvořáks Gemütslage. Es ist nicht schwer, in das eher düstere Werk eine innere Aufgewühltheit des Komponisten aufgrund des nur wenige Monate zurückliegenden Tods der Mutter hineinzulegen.

 

Qualität schon nach wenigen Takten erkennbar

 

Ebenso offenbart sich in diesen ersten Takten bereits, mit welcher musikalischen Ernsthaftigkeit sich das Trio Basilea auf dieser vom Bamberger Label Cavalli Records produzierten Aufnahme dem musikalischen Material nähert. Claudia Sutter (Klavier), Claudia Dora (Violine) und Christoph Dangel (Violoncello) erlauben sich keine Ungenauigkeiten: Mit äußerster musikalischer Präzision folgt das 1986 gegründete Trio Antonín Dvořák über ein lebhaftes Cis-Moll-Scherzo, ein entspanntes Des-Dur-Trio und ein warmes As-Dur-Adagio bis ins energische Finale, das im Stil des ‘Furiant’ - einem tschechischen Nationaltanz – geschrieben wurde. Überhaupt ist auch dieses Klaviertrio gespickt mit Phrasen und Melodien slawischer Volksmusik, obgleich Dvořák beim Schreiben speziell dieser Komposition allzu volksnahe Elemente bewusst vermied, was die häufig angeführte musikalische Nähe zu Brahms erklärt.

Es ist nicht nur die technische Brillanz des Trios, die überzeugt: Christoph Dangels wunderschön getragenes Spiel im vom Cello geführten, warmen Beginn des As-Dur-Adagios im dritten Satz enthält weder ein Zuviel an Pathos, noch hat es etwas von der spielwütigen Nüchternheit mancher Interpretationen.

 

Juon verlangt ein Höchstmaß an Ausdrucksstärke

 

Sensibilität zeichnet das flexible Spiel der drei auch in Paul Juons Tondichtung ‘Litaniae’, op.70 aus – einem Werk, das im Jahr 1919, also 15 Jahre nach dem Tode des Komponistenkollegen Dvořák, in Berlin uraufgeführt wurde. Auf die zahlreichen, selten berücksichtigten Verbindungen zwischen Antonín Dvořák und dem gebürtigen Moskauer Juon, einem Enkel graubündischer Emigranten, weist Walter Labhart in einer in jeder Hinsicht gelungenen Einführung in Werk und Schaffen der beiden Komponisten im Booklet der CD hin. Klar wird: es ist nicht nur die Nähe zur slawischen Musik, die eine Parallele zwischen beiden Künstlern herstellt. Eine Gemeinsamkeit findet sich beispielsweise auch in der Vorliebe des Bratschisten Dvořák und des Geigers Juon für klavierbegleitete Kammermusik. Das F-Moll-Klaviertrio und die Litaniae nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein, markieren sie doch jeweils Schaffenshöhepunkte in den Karrieren der Komponisten. Und sie sind zudem noch wesensverwandt: beide Werke wurden viersätzig bzw. vierteilig konzipiert und sind durchweg von Molltonarten dominiert. Juons spannungsgeladenes Werk verlangt Instrumentalisten ein Höchstmaß an Ausdrucksstärke ab. Mit durchweg exakten Phrasierungen und viel Sinn für klangmalerische Kontraste, empfiehlt sich das Trio auch in dieser Interpretation.

Und wenn dann noch - wie es bei dieser CD der Fall ist - die Aufnahmequalität voll und ganz überzeugt, sogar feinste Nuancen ausdifferenziert wahrnehmbar sind, können sich auch all die Klang-Ästheten unter den Kammermusikfreunden freuen.

Alles in allem also eine äußerst ambitionierte Angelegenheit, diese CD. Dazu passen nicht zuletzt Details wie die Wahl des Konzertflügels: einen kleinen Flügel von 2,25 Metern Länge aus dem Jahr 1914 hat Claudia Sutter gewählt, um ein möglichst authentisches Klangbild zu erreichen. Die Mühe des Trio Basilea hat sich gelohnt. Das Ergebnis ihres Projekts Dvořák/Juon ist ein Album, das den Klassik-Markt bereichern wird. "


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