Robert Kahn / Johannes Brahms, Werke für Violoncello und Klavier

Rebecca Rust, Violoncello
Fritz Schwinghammer, Piano

Hörbeispiele
Rezensionen
Werke

Bestellung:
Best.Nr. CCD 269
EAN 4028183002693

Zu diesem Titel:
Robert Kahn entstammt – als eines von sieben Geschwistern – einer wohlhabenden und gebildeten jüdischen Mannheimer Kaufmanns- und Bankiersfamilie, in der das früh erkannte Talent des jungen Robert entsprechend gepflegt und weiterentwickelt wurde.
Als 17jährigen finden wir ihn bereits an der Berliner Musikhochschule als Schüler des damals hochgeschätzten Klavierkomponisten Friedrich Kiel. Ab 1865 studierte er noch zwei Jahre in München bei Joseph Rheinberger und Heinrich Schwartz Komposition, um sich anschließend für eine kurze Zeit in Wien aufzuhalten. Hier nun traf er mehrmals mit Johannes Brahms zusammen, den er bereits in Mannheim im Haus seiner Tante kennengelernt hatte.
1894 wurde Robert Kahn zunächst als Klavier- Ensemble und Theorielehrer an die Musikhochschule Berlin berufen, wo er 1903 zum Kgl. Professor ernannt wurde und bis zu seiner Pensionierung sehr erfolgreich wirkte.
Die Sonate für Violoncello und Klavier op. 37 zeigt die Reife und Selbständigkeit des 38jährigen, die Robert Kahn sich – bei aller Bewunderung für Brahms und Schumann – inzwischen erarbeitet hat und in der er auch spieltechnisch Meister ihrer Instrumente fordert. Die drei Stücke für Violoncello und Klavier op. 25 folgen dem populären Genre der Charakterstücke und stammen aus dem Jahr 1897 – dem Todesjahr seines verehrten Johannes Brahms.
Die Cellosonate von Johannes Brahms op. 38 entstand zwischen seinem 29. und 32. Lebensjahr, also in der Zeit seines Umzugs von Hamburg nach Wien, wo er nach kurzer Zeit einen großen Freundeskreis um sich versammelte. Ganz ungewohnt bei Brahms wirkt hier der Verzicht auf einen langsamen Satz, das verschwundene Adagio, Zeichen einer Suche nach veränderten Formen klassischer Überlieferung.
Werke:
Robert Kahn (1865-1951): Sonate op. 37 für Violoncello und Piano
3 Stücke op. 25 für Violoncello und Piano
Johannes Brahms (1833-1897): Sonate e-Moll op. 38 für Violoncello und Piano
Hörbeispiele (mp3):
Kahn, op. 37: Allegro energico - Andante sostenuto - Allegro risoluto
Kahn, op. 25: Romanze - Serenata - Capriccio
Brahms, op. 38: Allegro non troppo

Rezensionen:
Ein Kahn mit Brahms

Der Richard-Strauss-Zeitgenosse Robert Kahn ist 1951 gestorben. Seine Schumann nahe stehende Cello-Kammermusik aber klingt wie ein Relikt aus der Vergangenheit. Mit intensivem Ton und Leidenschaft spielt die amerikanische Cellistin Rebecca Rust seine frühe Sonate op. 37, wobei sich der Münchner Pianist Fritz Schwinghammer dezent zurückhält, als wolle er seiner kraftvollen Partnerin nicht die Show stehlen. Angemessen ist sein nobler Konterpart dennoch, vor allem bei der düsteren Brahms-Sonate op. 38, die Rust leidend und emphatisch mit großen Steigerungswellen und zuweilen süßer Tongebung interpretiert. (Helmut Peters in „ensemble“, Okt. 2004)

 

Vergessene Perlen

Dass der 1865 in Mannheim geborene Komponist Robert Kahn bei uns so gut wie vergessen ist, mag viele Gründe haben. Wohl der gewichtigste: 1939, als 74-jähriger, musste er vor den Gräueln des Nazi-Regimes fliehen. Er starb 1951 im englischen Kent. Rebecca Rust ist es zu danken, dass zwei seiner auffälligsten Werke – die Sonate Op. 37 und die Cello-Stücke Op. 25 von 1897, dem Todesjahr von Brahms, – endlich wieder in Erinnerung gerufen werden (Cavalli Records), Zusammen mit dem Pianisten Fritz Schwinghammer zeigt die amerikanische Cellistin mit bewunderungswürdigem Engagement und Einfühlungsvermögen, dass Robert Kahn zwar von Brahms und Schumann geprägt wurde, aber dennoch stets in der Lage war, zu einem eigenständigen Ausdruck zu finden. (V.B. in Münchner Abendzeitung 29.01.2005)


© Cavalli Records 2008 zum Seitenanfang