Heinrich Finck

(1444-1527)

Geistliche und weltliche Vokalwerke a capella

Stimmwerck:

Franz Vitzthum, Kontratenor

Klaus Wenk, Tenor

Gerhard Hölzle, Tenor

Marcus Schmidl, Bass

 

Hörbeispiele
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Werke

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Best.Nr. CCD 325
EAN 4028183003256

 

Zu diesem Titel:

Heinrich Finck (geb. 1444/5 in Bamberg, gest. 1527 in Wien) gehört zur ersten Generation deutscher Komponisten, die aus dem Dunkel der Anonymität hervortreten. Seine Lebenszeit fällt zusammen mit wichtigen musikgeschichtlichen Entwicklungen, die vor allem von niederländischen Musikern in Italien getragen werden. So wird nun die Vierstimmigkeit zum Normalfall, die Stimmen bekommen zunehmend vokalen Charakter und werden durch musikalische Imitation aneinander angeglichen.

2001 wurde in München das Vokalquartett Stimmwerck mit dem Ziel gegründet, Komponisten der Renaissance neues Gehör zu verschaffen. Der Name leitet sich von der Bezeichnung für eine Gruppe gleicher Instrumente ab, wie sie u.a. in Michael Praetorius’ „Syntagma Musicum“ benutzt wird.

Werke:

Missa Dominicalis; Hymnus: Veni redemptor dominum; Introitus: Rorate cæli, Tractus: Audi filia; Communio: Ecce virgo; Natalis Domini cantica: Deo dicamus regi potenti;

Sechs Lieder: Von hin scheid ich, Auf gut Gelück, O schönes Weib, Habs je getan, Mein herzigs G, Ach herzigs Herz

Hörbeispiele (mp3):

Missa Dominicalis: 1 Kyrie, 2 Gloria, 3 Credo, 4 Sanctus, 5 Agnus Dei, 6 Hymnus, 7 Introitus, 8 Tractus, 9 Communio, 10 Natalis Domini cantica

Lieder: 11 Von hin scheid ich, 12 Auf gut Gelück, 13 O schönes Weib, 14 Habs je getan, 15 Mein herzigs G, 16 Ach herzigs Herz

Rezensionen:

(Fabrice Fitch in Goldberg Magazin, 8/2006, fünf Sterne):

Heinrich Fincks Musik erhielt bisher wenig Beachtung auf CD, dies ist (soweit ich weiß) die erste Anthologie, die ihm gewidmet ist. In der Tat erscheint es sonderbar, dass dieser Komponist, dessen Lebensspanne diejenige all der großen Figuren der „Josquin-Generation“ umfasste (er starb 1527 im Alter von 82), so überschaubar sein sollte, besonders im Hinblick auf die Qualität, die uns das Vokalquartett aus München hier bietet.

Die Missa Dominicalis ist ganz unspektakulär beim ersten Hören, aber der Eindruck großer handwerklicher Kunst vertieft sich beim wiederholten Hören. Derselbe Eindruck stellt sich ein bei der Auswahl von vier Messproprien. Die Schreibart vermittelt oft genug den Eindruck, hier seien mehr als vier Stimmen beteiligt. Dies ist ein Hinweis auf Fincks Geschicklichkeit, sicherlich aber auch auf die bewundernswerte Ensemblequalität von Stimmwerck: Balance, Verschmelzung der Stimmen, Intonationssicherheit und Gefühl für Phrasierung, all dies hier.

Die Einzelstimmen klingen alle sehr angenehm, die Fähigkeit des Countertenors Franz Vitzthum, die höchsten Höhen dieses Stimmumfangs zu erklettern, verdient besondere Erwähnung. Das Programm umfasst nicht ausschließlich geistliche Werke: Deo dicamus regi potenti, ein lateinischer Weihnachtsgesang, hat einen so ausgesprochen weltlichen Schwung in der Melodie, und die als kleiner Liederzyklus präsentierte Auswahl der deutschen Liebeslieder zeigen die Ader für lyrische Inspiration, die das so bemerkenswert wohlgerundete Portrait dieses zu unrecht vergessenen Komponisten abrundet.


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