Johann Pachelbel

(1663-1706)

Arien & Concerti

 

Emma Kirkby, Sopran

Kai Wessel, Altus

Jan Kobow, Tenor

Klaus Mertens, Bass

Michael Maisch, Trompete

Andrea Baur, Chitarrone

London Baroque: Ingrid Seifert, Richard Gwilt, Irmgard Schaller, Jean Paterson, Violine, Viola Charles Medlam, Viola da gamba

Terence Charlston, Orgel, Cembalo

Ersteinspielungen


Hörbeispiele
Rezensionen
Werke

 


Best.Nr. CCD 332
EAN 4028183003324

Zu diesem Titel:

Die Stücke dieser CD belegen eindrucksvoll, dass Pachelbels Vokalwerke eine stärkere Resonanz verdienen als ihnen bislang zu Teil geworden ist. Ihre stilistische Vielgestaltigkeit, ihre Ausdruckskraft und ihr satztechnischer Reichtum sprechen für sich und für ihren Komponisten.

Werke:

1 Christ ist erstanden · geistliches Concert für Sopran, Violine und B. c.

2 Es muß die Sinnen ja erfreuen · Aria für Tenor, 2 Violinen und B. c.

3 Geliebtes Vaterherz · Aria für Bass, 2 Violinen, 2 Violen und B. c.

4 Die freuderfüllten Abendstunden · Aria für Sopran, 2 Violinen, 2 Violen und B. c.

5 Augen, streuet Perlen Tränen · Duett für Altus, Tenor, 4 Violen und B. c.

6 Mein Leben, dessen Creutz · Aria für Tenor, 4 Violen und B. c.

7 Wie nichtig, ach wie flüchtig · Aria für Tenor, 3 Violen und Basso continuo

8 Ach Herr, wie ist meiner Feinde so viel · geistl. Concert f. Bass, Violine und B. c.

9 Der Widder Abrahams · Duett für Altus, Tenor, 2 Violinen und B. c.

10 Auf werthe Gäst · Aria für Sopran, 2 Violinen und B. c.

11 Guter Walther unsers Raths · Aria für Tenor, 2 Violinen, 2 Violen und B. c.

12 O großes Musenlicht · Aria für Tenor, 2 Violinen, 2 Viole da gamba und B. c.

13 Moecenas lebet noch · Aria für Altus, Trompete, 2 Violinen, 2 Violen und B. c.

14 Das Gewitter im Aprilen · Aria für Tenor, 2 Violinen und Basso continuo

Hörbeispiele (mp3):

1 Christ ist erstanden, 2 Es muß die Sinnen ja erfreuen, 3 Geliebtes Vaterherz, 4 Die freuderfüllten Abendstunden, 5 Augen, streuet Perlen Tränen, 6 Mein Leben, dessen Creutz, 7 Wie nichtig, ach wie flüchtig, 8 Ach Herr, wie ist meiner Feinde so viel, 9 Der Widder Abrahams, 10 Auf werthe Gäst, 11 Guter Walther unsers Raths, 12 O großes Musenlicht, 13 Moecenas lebet noch, 14 Das Gewitter im Aprilen

Rezensionen:
Rezension von Reinmar Emans in fonoforum 7/2007:

Überzeugend (Musik: ****, Klang: ****)

Der hohe Bekanntheitsgrad, den Johann Pachelbel (1663-1706) auch heute noch hat, verdankt sich fast ausschließlich seinem berühmten Kanon und seinem Renommee als Orgelkomponist. Das Vokalwerk hingegen blieb weitestgehend außen vor. Umso schöner, dass sich dieses Werkbereichs nun gleich derart hochkarätige Künstler angenommen haben. In deren Lesart zumindest lassen sich einige der geistlichen Konzerte als echte Entdeckungen einstufen. Naturgemäß haben Gelegenheitswerke wie die weltlichen Arien weniger Potential, muss die Musik doch auf sehr unterschiedliche Strophentexte Rücksicht nehmen. Und doch gelingt es dieser Einspielung, auch hierfür Überzeugungsarbeit zu leisten.

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Rezension von Franz Gratl in klassik.com(17.05.2007)

(Interpretation: ****, Klangqualität: ***, Repertoirewert:  ****,Booklet:  ****)

 

Pachebel, Johann:

Arien & Concerti

Unbekannter Pachelbel

 

Diese CD stellt einen wenig bekannten Aspekt des Schaffens Johann Pachelbels vor: Im Pachelbel-Jahr 2006 widmete sich ein erlesenes Vokalensembles mit Begleitung des schon legendären Ensembles London Baroque im Rahmen eines Konzertes im Kloster Heilbronn den Arien und solistischen geistlichen Concerti des mitteldeutschen Barockkomponisten. Pachelbel ist heute primär in Organistenkreisen bekannt und beliebt – Klassikfreunden ist besonders sein populärer ‚Canon’ für Streicher ein Begriff. Pachelbels Vokalschaffen ist hingegen sehr selten zu hören. Die CD enthält sowohl geistliche als auch weltliche Arien – sicherlich durchwegs Gelegenheitsmusik, aber allemal qualitätvolle; schließlich ist Musik jener Zeit in irgendeiner Art und Weise praktisch immer Gelegenheitsmusik. Pachelbel erweist sich als Meister der Wortausdeutung und der vokalen Rhetorik. Meist besteht das Begleitensemble aus Streichern (Violinen, Gamben) und Basso continuo, in der Arie „Moecenas lebet noch“ tritt eine Trompete konzertierend hervor.

 Das Solistenensemble wird angeführt von zwei routinierten ‚Altstars’ der Alten Musik: Emma Kirkby und Klaus Mertens. Mit 57 Jahren hat Frau Kirkby kaum an Glanz und jugendlich-naiver Frische in der Stimme eingebüßt: Freilich ist auch ihr Timbre neutral und ‚weiß’ geblieben, die Farbpalette ist beschränkt, sie ist die Verkörperung eines Stimmideals, das lange in der historischen Aufführungspraxis als Non plus ultra galt – heute singen auch (wieder) kernigere, voluminösere Stimmen Barockmusik. Aber die Stimme der Kirkby ist nach wie vor unverwechselbar und attraktiv, ihr Bemühen um Textverständlichkeit respektabel. Klaus Mertens ist in diesem Repertoire zu Hause, durch seine Flexibilität und Textdeutlichkeit eine Idealbesetzung. Kai Wessel ist ein Countertenor mit schön timbrierter, aber etwas dünner Stimme. Jan Kobows Tenor klingt jugendlich frisch, seine Diktion ist beispielgebend. Seit vielen Jahrzehnten ist das Ensemble London Baroque in der Alte Musik-Szene beheimatet; von Anfang an waren Ingrid Seifert und Charles Medlam Herz und Seele des Ensembles, das edles, stilsicheres historisierendes Musizieren bietet.

 Als gelungene Würdigung Johann Pachelbels sei diese CD empfohlen, denn sie präsentiert, vielfach überhaupt zum ersten Mal, qualitätsvolle Werke eines Komponisten, der allzu häufig auf Teilaspekte seines Schaffens oder gar auf ein einziges Werk – den Canon – reduziert wird; Pachelbel gehört gehört!

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