Peter Sadlo · Percussion spielt Werke von Minas Borboudakis

Peter Sadlo, Percussion
Minas Borboudakis, Andreas Skouras, Klavier
„Modern Art Percussion“ Ensemble
Munic Chamber Brass
Kammerorchester Schloss Werneck,
Leitung: Ulf Klausenitzer

Hörbeispiele
Rezensionen
Werke

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Best.Nr. CCD 417
EAN 4028183004178

Zu diesem Titel:
Raumzeit, Chorochronos, lautet der Titel der neuen CD, die sich ausschließlich mit den Werken aus der Feder des jungen griechischen Komponisten Minas Borboudakis beschäftigt. Für mich bedeutet sie gleichsam eine Premiere bezüglich meines Kontaktes mit den Kompositionen von Borboudakis. Als ich das erste Mal Chorochronos II gehört hatte, entstand in mir und für mich eine neue Dimension des Hörerlebnisses. Seine Musik wirkte auf mich wie eine musikalische Beschreibung des Kosmos. Silbrige Crotales-Klänge, die das Flackern der Sterne suggerieren, monumentale Klangexplosionen ähnlich einer Sonneneruption verkörpern die Größe der Planeten Jupiter und Saturn. Fast atemlos konnte ich in seinen Klängen sehen, hören und reisen. (Peter Sadlo über Minas Borboudakis)
Hörbeispiele (mp3):
Chorochronos II - Evlogitária - ∑-Cassiopéia - Kosmischer Regen
Rezensionen:
... Resultat sind bezaubernde Klänge, die eine enorme Vielfalt an klangfarblichen Schattierungen bieten. 'Evlogitaria' für Schlagzeug solo, ein Erinnerungsstück an Iannis Xenakis, bietet einen faszinierenden Blick auf das, was man mit Metall-, Holz- und Fellinstrumenten alles anstellen kann. Anfangs aus dem klanglichen Gegensatz von Instrumenten mit bestimmter und unbestimmter Tonhöhe entstehend, wird die Musik immer komplexer, polyphone Rhythmen bestimmen den Fortgang, der Klangkosmos schwingt sich in zwei Steigerungswellen zum Schlusshöhepunkt auf. Diese Klangelemente erforscht Sadlo in gekonnter, aber neugieriger, ausdrucksvoller Manier. Bei den anderen Stücken dieser Aufnahme ist der Schlagzeugpart in einen Ensemblesatz integriert, was zu immer neuen Ausdrucksmöglichkeiten und -formen führt. In dem Werk 'Σ-Cassiopeia', im deutschen Volksmund auch 'Himmels-W genannt, wird das (metallische) Schlagzeug mit einem Streichorchesterklang konfrontiert. In diesem Stück wird ein Grundakkord aufgefächert und mit den vielfältigsten Klangfarben zum Schwingen gebracht. Das Kammerorchester Schloss Werneck spielt diesen Part gekonnt und auf minimalste Klangnuancen bedacht. Mal als Begleiter des Schlagzeugs, mal im Vordergrund der musikalischen Aktionen, bietet der Orchesterpart eine breite Palette an Klangmöglichkeiten und Spieltechniken. Dass dieser Mitschnitt der Uraufführung dann noch so rein und differenziert klingt, ist ein Meisterstück der Toningenieure. Die beiden titelgebenden Stücke, 'Chorochronos l' und ' Chorochronos II' gehen auf Theorien des Astrophysikers Stephan Hawkins zurück. Borboudakis' ' Chorochronos l' ist durchweg geprägt von berückenden (Sphären-)Klängen, die sich häufig aus Ostinati und an Minimal Music erinnernden Patterns aufbauen. Äußert differenziert im Zusammenklang der beiden Pianisten und Schlagzeuger, eröffnen sich hier gänzlich neue Klangwelten, die jedoch – meiner Meinung nach – recht leicht fasslich sind. Das komplexeste Stück dieser Aufnahme ist wohl ' Chorochronos II' für Pauke solo, Klavier, drei Perkussionisten und sieben Blechbläser. Die Blechbläser sind im Halbkreis im Raum aufgestellt, in deren Mitte sich Pauke, Klavier und Perkussion-Ensemble befinden. So tritt zu der Vielfalt der rhythmischen und klangfarblichen Möglichkeiten noch die Dimension des Raumes hinzu. Borboudakis erforscht hier die klanglichen Potentiale der Pauke, Clusterbildungen, Aleatorik und freie Tonalität bilden die weiteren Komponenten dieser erstaunlich vielschichtigen Komposition. All dies wird hier mit einer geradezu traumwandlerischen Sicherheit für klangfarbliche Schattierungen, instrumentale Effekte und differenziertem Ausdruck interpretiert. Die verschiedenen Instrumentalkombinationen erreichen ein ungeheueres Ausmaß an Klangvielfalt und rhythmischen Finessen. Klanglich wird dies auf vorbildliche Weise wiedergegeben. Die Schwierigkeit, eine solche Breite an Klangfarben authentisch auf einen Tonträger zu bringen, wurde hier meisterlich gelöst. Die Aufnahme klingt niemals hallig, man hat eher den Eindruck, ganz nah am Geschehen zu sein. Auch in puncto Balance des Ensembleklangs ist diese Aufnahme über jede Kritik erhaben. Wer sich also von zeitgenössischer Musik nicht abschrecken lässt (das sollte man nie!) und neugierig ist, welche Klangwelten moderne Musik für Schlagwerk eröffnen kann, dem bietet diese CD die beste Möglichkeit. Dass man von Borboudakis noch mehr hören wird, steht jedenfalls fest. (Tobias Pfleger in Klassik.com 3.12.2003)
Werke:
Chorochronos II für Pauke solo, Klavier, Perkussion und sieben Blechbläser im Raum
Evlogitária in Memoriam Iannis Xenakis für Schlagzeugsolo
?-Cassiopéia für metallisches Schlagzeugsolo und Streichorchester
Chorochronos I für zwei Klaviere und zwei Schlagzeuger
Kosmischer Regen
Klänge des Alls
Tanz der Pleiaden

© Cavalli Records 2003 zum Seitenanfang