Reflexionen

Angelika Schemm und Erich Appel, Klavier

Werke


Best.Nr. CCD 803
EAN 4028183008039

Zu diesem Titel:
Angelika Schemm und Erich Appel schlossen sich 1996 zu einem Klavierduo zusammen und entfalten seitdem eine vielbeachtete Konzerttätigkeit.

Wolfgang Amadeus Mozart schrieb die Fantasie f-moll KV 608 im Auftrag des Grafen Deym. Sie war für eine mechanische Flötenuhr im „Müllerschen Kunstkabinett“ bestimmt, einer Wiener Raritätensammlung, die sich im Besitz des Grafen befand. Für Klavier zu vier Händen bearbeitete die Fantasie Johann Mederitsch – schon eine Abschrift aus dem Besitz Beethovens liegt in vier Systemen vor, wie wir sie heute kennen.

„Der kann alles, nur wir können noch nicht alles verstehen“ – so äußerte sich Franz Schubert einmal über den von ihm hoch verehrten Ludwig van Beethoven. Und auf kaum ein zweites Werk trifft dieser Satz mehr zu, als auf die „Große Fuge“ op.134. Sie wird nicht allzu viel gespielt, möglicherweise, weil Beethoven in genialer Rücksichtslosigkeit wenig Gedanken auf die tatsächliche Ausführbarkeit verschwendet hat. Zunächst hatte Beethoven sie als Finalsatz seines Streichquartetts op.130 vorgesehen, stimmte jedoch nach der Uraufführung dieses Werkes einer separaten Herausgabe der Fuge als op.133 zu. Eventuell auf Anraten seines Verlegers bearbeitete er die Fuge schließlich für Klavier zu vier Händen, vielleicht, um sie breiteren Kreisen von Musikliebhabern zugänglich zu machen.

Johannes Brahms schrieb die „Variationen über ein Thema von Schumann“ op.23 im Jahre 1861, dem Entstehungsjahr der Händelvariationen. Das innige, schlichte Thema ist von hohem ideellem Wert für Schumanns Freundeskreis. Robert Schumann schrieb es, bereits von seelischen Problemen beeinträchtigt, in der Nacht zum 17.Februar 1854. Es sei ihm „von Engeln“ (in anderer Lesart: von Schubert und Mendelssohn) eingegeben worden. Schumann begann selbst noch, Variationen darüber zu schreiben, bevor er sich schließlich am 27.Februar 1854 in den Rhein stürzte.

„Eine Schönheit soll den Menschen durch das ganze Leben begeistern, (….) doch soll der Schimmer dieser Begeisterung alles Andere erhellen.“ Franz Schubert wusste nur zu gut, wie viel er der Welt durch seine Musik zu geben hatte, soviel lässt sich aus dieser seiner Tagebuchnotiz von 1824 erahnen. Und auf kaum eines seiner Werke scheint sie mehr zuzutreffen als auf das „Grand Rondeau“ A-Dur D951, ein von unbegreiflicher Wärme und Lebensbejahung durchströmtes Werk.

Claude Debussy lernte im Jahre 1890 den impressionistischen Dichter Stéphane Mallarmé kennen, der ihn um einen musikalischen Beitrag zu einem geplanten Theaterprojekt bat: seine umfangreiche Dichtung „L’après-midi d’un Faune“(1887) sollte szenisch umgesetzt werden. Das Ergebnis ist das erste impressionistische sinfonische Werk der Musikgeschichte, ein zentrales Schlüsselwerk, wegweisend für die Sinfonik des 20.Jahrhunderts. Für Klavier zu vier Händen bearbeitete das Werk schließlich kein Geringerer als Maurice Ravel.

Werke:

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791), Fantasie f-Moll KV 608
Ludwig van Beethoven (1770 - 1827), Große Fuge B-Dur op.134
Johannes Brahms (1833 - 1897), Variationen über ein Thema von Robert Schumann
Franz Schubert (1797 - 1828), Rondo A-Dur op.107 D951
Claude Debussy (1862 - 1918), Prélude à l´Après-midi d´un Faune



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