Aus der Hörbuchreihe

"bitte OHRlesen":

 

Single-CD

CCD 901

Martin Neubauer liest:

E.T.A. Hoffmann (1776-1822)

Hörbeispiele
Rezensionen
Werke

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Best.Nr. CCD 901
ISBN 3-9810205-0-2


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Zu diesem Titel:
Geradezu als Vorläufer surrealistischer Texte kann E.T.A. Hoffmann hier in seinen kurzen Stücken gelten. Auch die Zwischenmusik belegt die Exaltiertheit eines um neue Formen ringenden Genies.
Der Schauspieler und Rezitator Martin Neubauer tritt mit musikalisch-literarischen Programmen im gesamten deutschen Sprachraum auf. Er leitet das Brentano-Theater in Bamberg, mehrere CD-Aufnahmen liegen vor.
Hörbeispiele (mp3):
1 Moderne Welt – Moderne Leute
2 Die Folgen eines Sauschwanzes

Werke:
1 Moderne Welt - Moderne Leute

Fastnachtstragödie in verschiedenen Aufzügen und Verwandlungen, Fragment

2 Die Folgen eines Sauschwanzes 

3 An die Herausgeber des "Freimütigen für Deutschland"

4 Episode aus "Lebensansichten des Katers Murr"

Zwischenmusik aus Sonate cis-Moll für Hammerklavier von E.T.A. Hoffmann (aus CCD 255)

Rezensionen: -

(Christoph Vratz in fonoforum September 2005):

Zweiundzwanzig Minuten

Cavalli Records starten eine neue Hörbuch-Reihe mit dem aparten Titel „bitte OHRlesen": Mini-CDs von rund 22 Minuten Länge, die vierteljährlich erscheinen sollen. Auf den ersten drei Produktionen hören wir Martin Neubauer, den Leiter des Brentano-Theaters in Bamberg. Der Ortsbezug legt nahe, dass die erste CD E. T. A. Hoffmann gewidmet ist. Bis auf eine nur unzulänglich, nämlich als „Episode" gekennzeichnete Textstelle aus dem „Kater Murr" – es handelt sich um einen Ausschnitt aus dem dritten Abschnitt des zweiten Bandes – enthält die CD entlegenes Repertoire, darunter die infolge eines Spiels niedergeschriebenen „Folgen eines Sauschwanzes". Neubauer liest diese Texte stets mit subtilem ironischen Unterton, vor allem die „Murr"-Passage. Sein Sprechtempo ist stellenweise erstaunlich hoch, doch in ständiger Kongruenz zum Inhalt, etwa wenn er bei „einem einfachen, aber fröhlichen Mahl" ins Andante zurückschaltet, um gleich darauf, bei „eine wackere Zecherei", in ein Allegro con spirito zu wechseln.

Immer wieder gibt es auf diesen CDs Passagen, in denen Neubauers Timbre an den mephistophelischen Gründgens erinnert. Ein kühner Vergleich, gewiss. Doch als Beleg möge herhalten, wie Neubauer in Otto Julius Bierbaums Erzählung von den „Haaren der heiligen Fringilla" Vokabeln wie „boshaft" oder „treuherzig" lustvoll dehnt und dabei in ein zweideutiges Piano verfällt. Auch sein plötzliches Vibrato in wörtlicher Rede erhärtet diese Annahme. Die moderateste, fast schon eine leicht distanzierte Lesart schlägt Neubauer in Keyserlings Erzählung „Geschlossene Weihnachtstüren" an.


© Cavalli Records 2005 zum Seitenanfang